Apps zur Unterstützung…

9 apps that help make the world a better place | From the Grapevine

nicht nur in Corona-Zeiten, aber besonders auch jetzt, können apps am smartphone unser psychisches Gleichgewicht unterstützen. Empfehlen möchte ich die app der Österreichischen Gesundheitskasse: Momente für mich (im playstore zum kostenlosen download). Hier kann man ein Glückstagebuch mit Foto führen und Infos zu verschiedenen Gesundheitsthemen finden. Es gibt auch eine klassische, analoge Tagebuchversion, für jene, die lieber schreiben. Kostenlos bestellbar unter: momentefuermich@oegk.at.

Weitere Apps zur persönlichen Unterstützung (Anmerkung: ich habe sie selber noch nicht getestet – bin aber dabei – freue mich aber sehr über Rückmeldungen):

ARYA: kostenlos, Depressions- und Angsttest für Klienten/innen Inhalte: Stimmungstagebuch, Stundenplan zum Planen von neuen Aktivitäten für Klienten/innen Theorieinput über Beziehungen, Bewegung, achtsame Kommunikation, Strukturen finden, Kreativität, Entspannung Datenschutz ist (laut Anbieter) gewährleistet.

Keine Panik – Hilfe bei Panikattacken Kosten: € 2,99 einmalig, Inhalte: Panik-App mit Panik/Angst Tagebuch, guter Theorieinput und einige Übungen Datenschutz ist (laut Anbieter) gewährleistet.

DBT 112 (Version 4.2.7) Kostenlos Keine Altersempfehlung (für Jugendliche durchaus geeignet) Inhaltlich ist diese App (wie der Name schon verrät) an die DBT angelehnt. Das Programm ist nicht nur für Borderline Patienten/innen geeignet, sondern ist generell bei Emotionsregulationsstörungen zu empfehlen. Es ist auch für Krisensituationen mit starken Emotionen geeignet. Die Klienten/innen können verschiedene Module (Achtsamkeit, Emotionsregulation, Stresstoleranz (Spannungsmanagement), Validierung von Beziehungen) mit Übungen bearbeiten. Theoretisch gibt’s viel brauchbaren Input (Gefühle werden erklärt etc.). 150 (durchaus brauchbare) Skillsvorschläge. Es kann hier auch ein Krisen-Notfallplan erstellt werden, außerdem gibt es auch eine Tagebuchfunktion (Protokoll). Datenschutz ist (laut Anbieter) gewährleistet.

And people stayed home

Irisches Landhaus | d-pixx.de Forum

Dieses Gedicht wurde von der französisch-irischen Schriftstellerin Kathleen O’Meara um 1800 (10 Jahre nach der großen Hungersnot) geschrieben und passt sehr gut für diese, unsere Zeit.

And people stayed home 

and read books and listened 

and rested and exercised 

and made art and played 

and learned new ways of being 

and stopped 

and listened deeper 

someone meditated 

someone prayed 

someone danced 

someone met their shadow 

and people began to think differently 

and people healed 

and in the absence of people who lived in ignorant ways, 

dangerous, meaningless and heartless, 

even the earth began to heal 

and when the danger ended 

and people found each other 

grieved for the dead people 

and they made new choices 

and dreamed of new visions 

and created new ways of life 

and healed the earth completely 

just as they were healed themselves.

by Kathleen O’Meara (1839–1888) 

Notrufnummern: Anrufen und helfen lassen

Telefonische Beratung ist in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen und des social distancing hilfreich und wichtig! Scheuen Sie sich nicht Kontakt aufzunehmen.

Ab Dienstag, den 24.3.2020 soll auch über die Telefonnummer 142  (Telefonseelsorge) Psychotherapeutische Hilfe zur Problembewältigung in der aktuellen Situation in Kooperation mit dem oberösterreichischen Landesverband für Psychotherapie zur Verfügung stehen.

Psychiatrische Soforthilfe: 01 313 30 – rund um die Uhr!
Von Gewalt betroffene Frauen: 0800 222 555 – rund um die Uhr! Onlineberatung täglich von 15.00-22.00 Uhr unter Haltdergewalt.at.
Rat auf Draht: 147 – rund um die Uhr für Kinder und Jugendliche

Ab sofort: Psychotherapie über Skype und Telefon

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Da leider nicht absehbar ist, wie lange die momentanen Einschränkungen noch gelten werden, haben wir PsychotherapeutInnen unseren Betrieb auf telefonische Beratung und Psychotherapie umgestellt. Dies gilt bis auf Weiteres für die laufenden Therapien meiner KlientInnen, aber auch für neue Anfragen.

So einfach ist diese Zeit nicht zu stemmen, wenn zwischenmenschliche Begegnungen eingeschränkt sind, die Enge in Partnerschaft und Familie Konflikte aufbrechen lässt, wenn die gewohnte Beschäftigung und die Bestätigung über die Arbeit wegfällt und existentielle Sorgen zu nagen beginnen.

Zögern Sie nicht Kontakt aufzunehmen, wenn Sie sich psychisch schlecht fühlen. Die telefonische Therapie wird genauso wie die bisherige Therapie über die Sozialversicherungsträger mit den üblichen Tarifen bezuschusst.

Hier sitze ich, wenn ich mit Ihnen spreche und Ihnen zuhöre.

Unser verändertes Leben ….

Blumengrüße aus meiner Praxis

 

Die Corona-Krise hat uns alle im Griff. Spätestens heute ist jedem Bürger und jeder Bürgerin klargeworden, dass die Lage als ernst einzustufen ist.
Als Psychotherapeutin bin ich Mitarbeiterin des Gesundheitswesens. Dennoch biete ich bis auf Weiteres keine Therapien mit persönlichem Kontakt an. Ich habe meine Praxis seit Donnerstag letzter Woche geschlossen und stehe ausschließlich für telefonische Gespräche/Skype zur Verfügung. Die Klienten und Klientinnen meiner Praxis dürfen selbstverständlich ihren Therapietermin telefonisch wahrnehmen, oder einen neuen Termin vereinbaren. Genauso ist eine Absage möglich, ohne dass für Sie Stornogebühren entstehen. Inzwischen hat auch das Gesundheitsministerium in Absprache der Sozialpartner entschieden, dass diese telefonischen Beratungen wie gewöhnlich im Wahlarztsystem bezuschusst werden, bzw. wenn Sie Therapie auf Krankenschein erhalten, diese telefonischen Kontakte genau wie bisher übernommen werden.
Es ist erst der Beginn dieser Zeit in der wir uns unfreiwillig zurückziehen müssen. Familien und Paare verbringen mehr Zeit miteinander, was auch Reibungen bedingen kann. Der Austausch mit dem Außen ist nur über Medien möglich, gewohnte Zerstreuung fehlt. Versuchen wir aber auch die entlastenden Aspekte mitzudenken: Entschleunigung, vielleicht Entspannung, vielleicht plötzlich unstrukturierte Zeit, die unserer Psyche sehr gut tun kann.
Natürlich gibt es auch viele Sorgengedanken. Existentielle Sorgen, Sorgen um liebe Menschen, die mehr oder weniger weit entfernt leben und die wir nicht besuchen können. Wir können telefonieren, skypen oder wieder beginnen Briefe zu schreiben. Wir sollten uns nicht der Katastrophenberichterstattung unseriöser Medien hingeben. Hören Sie ORF Radio oder sehen Sie hin und wieder Zeit im Bild, das reicht. Der ORF zeigt in diesen Zeiten, dass er ein wichtiges Qualitätsmedium ist. 
Leben wir Tag für Tag bestmöglich und zerstreuen wir uns indoor. Diese Zeit ist endlich und wir tragen alle viel zur Entspannung der Lage bei, wenn wir uns daran halten.

„Versäume nicht dein Leben!“

Aufruf zum Leben von Anselm Grün.

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Der Benediktinerpater Anselm Grün füllt an einem verregneten Samstagabend den Rieder Stadtsaal spielend. Es ist schön seinem luftigen Vortrag zu folgen, den der 75ig-Jährige manuskriptfrei und unbeschwert hält. Der Inhalt ist auch für konfessionslose Menschen sehr brauchbar. Pater Grün spricht von verschiedenen Gründen, warum Menschen ihr Leben nicht wirklich leben.

Manche Menschen bleiben Zuschauer ihres Lebens und versäumen es, selbst zum Mitspieler zu werden. Mit der Haltung „Ich passe!“ – wie im Kartenspiel, lassen sie ihr Leben an sich vorbeiziehen und verpassen es dabei. Mitspielen heißt das Leben wagen, Misserfolge zu riskieren, auch gelegentlich zu scheitern, dafür aber lebendig zu bleiben. Auch in der Psychotherapie treffe ich auf Menschen, die Zuschauer sein möchten. Fachlich spricht man von unterschiedlichen Klientenmotivationen (nach dem amerikanischen Therapeuten Steve de Shazer). So gibt es den Typen des Besuchers oder des Klägers. Beide erreichen wenig persönliche Bereicherung durch eine Therapie. Der Besuchertyp ist der Beobachter des Lebens, den Grün beschreibt. Um etwas zu verändern, müssen wir Akteure unseres Lebens werden.

Um zu leben braucht es Sinn, wie der jüdische Psychiater und Psychotherapeut Viktor Frankl postulierte. Sinn entsteht durch schöpferische Werte, wie z. B. etwas selbst zu gestalten, kreativ zu sein, handwerklich beispielsweise zu töpfern, zu häkeln usw. Sinn kann auch durch Erlebnisse, z. B. ein Frühstück mit Freundinnen oder eine schöne Wanderung und durch Einstellungswerte entstehen. Letzteres meint die eigene Reaktion auf Ereignisse. Meine Einstellung bedingt, wie ich mit einem Misserfolg oder einem Schicksalsschlag umgehe. Ich wähle zwischen Bitterkeit oder Hingabe, Opferhaltung oder Lösungstäterschaft.

Spiritualität und Glaube kann eine Lebenshilfe sein, soll aber nicht der Lebensflucht dienen, wie Pater Anselm Grün meint. 

Aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Begleitung von Menschen in allen Lebenslagen weiß er, dass v. a. in der Lebensmitte bei vielen Menschen das Gefühl auftaucht: „Ich habe etwas versäumt“, „Ich habe nicht wirklich gelebt“, oder „Ich habe die Liebe versäumt“.  Er meint, hier ist Verwandlung, nicht Veränderung gefragt. Ich finde die Differenzierung dieser Begriffe interessant. Grün meint, bei der Veränderung müsste der Mensch ein anderer werden. Bei der Verwandlung hingegen, geht es um die Anerkennung des „So-Seins“ wie beispielsweise die Liebe versäumt zu haben und anschließend darum, mehr der oder die zu werden, die wir sind. Er zitiert C. G. Jung, der sagte: „Alles Lebendige muss sich wandeln.“

Der Alterungsprozess oder das nahende Lebensende kann ebenso eine gute Gelegenheit sein, sich mit dem Versäumten und dem Ungelebten auszusöhnen und das verbleibende, jetzige Leben bewusst zu leben. Grün empfiehlt eine Haltung des Hinnehmens. Als Christ glaubt er, dass Gott im Nachhinein das Geschehene in Segen verwandeln kann. In der Rückschau ist ein „Sein-Lassen“ hilfreicher als eine Bewertung, sagt er. Besonders gefällt mir Folgendes: Ein Teil dieser Haltung sollte auch getragen sein von Dankbarkeit. Hier zitiere ich einen weiteren wichtigen christlichen Wegbereiter unserer Zeit, Pater David Steindl-Rast: „Nicht das Glück ist die Quelle der Lebensfreude, sondern die Haltung der tiefen Dankbarkeit.“

Ich verlasse den Vortrag beseelt und erlebe in mir eine Verschmelzung, fast eine Harmonie zwischen christlichem Denken, buddhistischer Haltung und psychotherapeutischem Wissen.

Meine Figuren …

Auf dem neuen Figurenregal stehen Figuren aller Art, Holzmännchen, Tiere, Pflanzen und Symbole. In der therapeutischen Arbeit unterstützen sie meine jungen und erwachsenen Klienten bei der Darstellung ihrer inneren Landschaften z. B. auf dem Systembrett oder im therapeutischen Sandkasten. – Richtig gehört: Sandspiel auch für erwachsene Klienten und Klientinnen. Das Sandspiel ist ein wirksames Mittel der psychosozialen Diagnostik und kann auch zum non-verbalen Vorgehen für Menschen aller Altersstufen eingesetzt werden.

Eigenschaften von Personen, eigene innere Anteile oder aber auch Mitglieder des eigenen Arbeits- oder Familiensystems können mit diesen Hilfsmittel griffiger und verständlicher dargestellt werden.

Die Methode basiert auf drei Grundlagen: den Ursprung findet sie in der analytischen Psychologie von C. G. Jung. Die Londoner Ärztin Margaret Lowenfeld hat das Sandspiel anfänglich diagnostisch, später auch therapeutisch verwendet und weiterentwickelt. Der Buddhismus als spiritueller Tradition bietet ebenfalls die Grundlage für diese Technik. Viele andere Therapierichtungen haben sich dieses wirksame Werkzeug zu Eigen gemacht und in die eigene Therapieschule – in meinem Fall die Systemische Familientherapie – integriert. Die Verwendung von Figuren zur Darstellung von Beziehungsstrukturen in relevanten Systemen (z. B. Familie, Paarbeziehung etc.) haben in der Psychotherapie oder auch im Coaching und der Supervision Eingang gefunden.

Freuen Sie sich auf das Ausprobieren dieser Interventionsform.

Gesund bleiben inmitten von Krisen II – Save the date!

In letzter Zeit häufen sich die Anfragen von verzweifelten Eltern von jungen Menschen. Kommen diese zur Therapie, stellt sich heraus, dass die Depression u. a. auch von der Perspektivenlosigkeit und Ratlosigkeit der jungen Menschen bezüglich der drohenden Veränderungen durch den Klimawandel gespeist wird. Wie dem therapeutisch entgegenwirken? Als Therapeutin muss ich hier meine neutrale Rolle verlassen und vielleicht eine Beraterinnenposition einnehmen und wie Carola Rakete aufrufen zu: Handeln statt hoffen! Neben klimafreundliche Veränderungen im eigenen Leben anzugehen, ist an einem Klimastreik teilzunehmen eine Möglichkeit, den Politikern zu zeigen, was uns Bürgern wichtig ist.

WHAT DO WE WANT? CLIMATE JUSTICE!
Gemeinsam mit vielen Menschen auf der ganzen Welt fordern wir ein, was die einzig realistische Antwort auf die drohende Klimakatastrophe ist: eine mutige Klimapolitik in Einklang mit dem 1,5°C-Ziel.

Am 29.11.2019 um 13.00 Uhr findet der IV. weltweite Klimastreik z. B. in Linz statt. An anderen Orten in Österreich und weltweit wird ebenfalls gestreikt.

Aktuelle Infos unter: https://fridaysforfuture.at/events/2019-11-29-4-weltweiter-klimastreik